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Veröffentlicht von       Rolf Müller

Blockchain & Smart Contracts

Das digitale Zeitalter ist nicht nur im Bereich der Wirtschaft und Kommunikation von übergeordneter Bedeutung, sondern auch im Bereich der Interaktion auf allen anderen Ebenen. Insbesondere die Entwicklung der Blockchain-Technologie hat hier für völlig neue Möglichkeiten gesorgt: Zwar ist dabei primär das Transaktionsgeschäft im Geldsektor (in Form von Kryptowährungen wie Bitcoins oder Ethereum) interessant – doch die neuen Technologien halten noch andere Optionen bereit, die zum Beispiel auch für die anwaltliche Tätigkeit national und international ausserordentlich attraktiv sind.

 

Blockchain als Grundlage für sichere Vorgänge

Das Bedürfnis nach einer Technologie, die gerade im digitalen Bereich vollkommen anonyme und gleichzeitig manipulationssichere Vorgänge möglich macht, steht bei jeder Art von Betätigung seit jeher im Vordergrund. Ob online oder offline: je sensibler die Daten, desto wichtiger der Schutz gegen Manipulation und Verfälschung. Gerade im Bereich von Rechtsdienstleistungen können Sicherheitsrisiken in Bezug auf sensible Daten kaum hingenommen werden.

Die Entwicklung von Blockchain – oder, allgemeiner formuliert, Distributed Ledger Technology (DLT) – war die fundamentale Voraussetzung für den Aufbau und die Nutzbarmachung eines unabhängigen Systems. Dieses kann in Abhängigkeit von der individuellen Zielsetzung zum Einsatz kommen und bietet auch im juristischen Sektor neue Betätigungsfelder, die unter dem Schlagwort Legal Tech bekannt geworden sind.

 

Legal Tech als Digitalisierung von Rechtsdienstleistungen

Die bisher höchst persönliche Tätigkeit von Anwälten im Speziellen und Juristen im Allgemeinen ist zumindest auf den ersten Blick mit einer Technologie im Bereich des Rechts unvereinbar. Gerade die anwaltliche Praxis besteht zu einem Grossteil aus der zwischenmenschlichen Interaktion – schwer vorstellbar, wie Legal Tech ohne menschliches Dazutun Aufgaben erleichtern oder sogar übernehmen soll.

Dabei könnte eine entsprechende Technologie durchaus standardisierte Abläufe und Prozesse in Unternehmen und Betrieben übernehmen – nicht zuletzt haben bereits einige grosse Konzerne wie Novartis und IBM in der Schweiz gezeigt, wie Legal Tech in ihren Rechtsabteilungen eingesetzt wird. Hauptanwendungsgebiete sind dabei:

  • Auswertung von Gerichtsurteilen
  • Vereinfachung von juristischen Arbeitsabläufen
  • Standardisierung von Rechtsfragen (zum Beispiel Schadensersatzansprüche oder Widersprüche, die durch bestimmte Fallkonstellationen ausgelöst werden)
  • Legal Chatbots (zur Beratung von Klienten)
  • Apps zur Sammlung von Mandaten im Internet

Natürlich haben sich schon längst sogenannte Legal Engineers einen wirtschaftlichen Betätigungsraum für die digitalen Rechtsdienstleistungen gesucht und sind zum Teil in eigenen Legal Start-ups tätig und erfolgreich. Dadurch ist es mittlerweile möglich, ohne Beratungstermin online einen Entwurf für einen Arbeitsvertrag juristisch überprüfen zu lassen oder ein Testament aufzusetzen. Was ohne Legal Tech logistisch deutlich mehr Zeit und personelle Ressourcen in Anspruch nimmt, ist mit entsprechenden Anwendungen oder sogar Apps effizienter und damit auch wirtschaftlicher. Aus Mandantensicht können dadurch die oft enormen Kosten in der anwaltlichen Tätigkeit reduziert werden – gerade in Standardfällen kann das eine Alternative darstellen. Voraussetzung ist jedoch immer das Aufkommen von grossen Datenmengen, die verarbeitet werden müssen: Die klassische Kanzlei mit geringer personeller Besetzung wird daher nur sehr selten einen wirtschaftlichen Nutzen aus Legal Tech ziehen können.

 

Blockchain und Smart Contracts

Voraussetzung für alle Verbindungen zwischen juristischer Arbeit und digitalisierter Anwendung ist eine sichere und störungsfreie Technologie. Das ist zum einen wichtig, um eine gleichbleibend hohe Qualität zu gewährleisten – aber auch, um Haftungsfragen, die aus einer Sicherheitslücke resultieren könnten, von vornherein auszuschliessen. Die oben erwähnte Blockchain kann genau das leisten, indem sie Datensätze speziell sichert und gegen nachträgliche Veränderungen oder Manipulationen verhindert. Insbesondere das Merkmal der Dezentralisierung und die Nutzung eines gleichberechtigten Netzwerkes macht die Blockchain-Technologie unabhängig von einem übergeordneten Dritten – und ist somit losgelöst von Notwendigkeit wie Vertrauen und Verlässlichkeit.

Smart Contracts sind – entgegen des Wortlauts – keine konkreten Einzelverträge, sondern Transaktionsprotokolle, die das Zustandekommen eines Vertrages kontrollieren und auf den Weg bringen. Die Entwicklung soll dabei den Vertrag in Papierform durch einen Prozess ersetzen, der selbstständig die Einhaltung von Vertragsklauseln und deren Durchsetzung im Programm hat.

 

Legaltech vs. Kanzleiarbeit

So überzeugend die Anwendung und die Möglichkeiten von Legal Tech auch sind – einen kompetenten und erfahrenen Anwalt kann auch die beste App nicht ersetzen. Ob Gang zum Gericht, persönliche Beratung oder die Bereitschaft, auch im Notfall für die Klienten da zu sein: All das macht die Arbeit von Rechtsanwälten in einer Kanzlei wie Müller & Paparis aus. Wir arbeiten nicht nur Datensätze ab, sondern für uns steht der einzelne Mandant mit seinen Sorgen und Nöten im Vordergrund. Natürlich nutzen auch wir die Digitalisierung, um unsere Arbeitszeit besser und effizienter im Dienste unserer Klienten einzusetzen. Dennoch ist eine komplette Automatisierung in der anwaltlichen Praxis derzeit sicher weder gewünscht noch technisch machbar.



Rolf Müller

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Rechtsanwalt lic. iur.

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